un giorno di lavoro

Heute habe ich mit Peppe in unserem Haus die Küche montiert und die Zimmer weiter eingerichtet. Dabei hat er ständig folgendes sizilianische Lied gesungen, sodass ich immer noch einen Ohrwurm davon habe:
http://m.youtube.com/watch?v=3LZDDTPU5h8

Der Dienstplan für das nächste Jahr steht auch schon fest: Von 09.00 bis 12.30 arbeite ich in der Gebäudeinstandhaltung und von 14.00 bis 17.00 in der Grundschule.

Der Direktor des Servizio Cristiano, Gianluca Fiusco, hat uns heute etwas über die Schule erzählt, welche Arbeiten auf uns zukommen etc. Etwa 40% der Schüler der Grundschule (anders als in Deutschland gibt es hier fünf Klassen) kommen aus schwierigen Verhältnissen. Familien, in denen zum Beispiel der Vater im Gefängnis sitzt, oder Familien, die finanziell ruiniert sind. Eine Kleinigkeit zum organisierten Verbrechen vor Ort: Heute habe ich mit zwei Einwohnern gesprochen, die mir erzählten, dass dieses Problem in Riesi heutzutage ihrer Meinung nach etwas zurück gegangen sei. Die, die mit illegalen Methoden ihr Geld verdienen, würden eher unter sich bleiben. Wer also nichts mit dem organisierten Verbrechen zu tun haben will, der würde ihrer Meinung nach auch nicht weiter belästigt und bekommt nicht unbedingt direkt davon etwas mit. Viele Mitglieder dieser krimineller Vereinigung säßen entweder im Gefängnis oder sind durch interne und externe gewaltsame Konflikte zum Opfer gefallen.

Ein weiteres Problem, das hier in Riesi, aber auch in vielen anderen Städten im Landesinneren herrscht, ist das der Auswanderung: Die Armut, Perspektivlosigkeit und Arbeitslosigkeit auf dem Land führt dazu, dass besonders junge Menschen in größere Städte im Norden Italiens oder in andere EU-Länder ziehen. So sagt eine Mitarbeiterin des Servizio Cristiano, dass in dem etwa 11.000 Einwohner großem Städtchen Riesi zahlreiche Häuser leer stehen würden und die Stadt kontinuierlich "ausblute". Bei Gelegenheit werde ich ein paar Bilder hochladen.

Um all diesen Problemen entgegen zu wirken, bietet das Servizio Cristiano zahlreiche Projekte für Kinder, Jugendliche und ganzen Familien an - in der Schule, im Kindergarten, in der Familienberatungsstelle und auch außerhalb durch Kultur- und Infoveranstaltungen.




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