Dem Zeitraum vom 23.10. bis zum 29.10. habe ich sehnsüchtig entgegen gefiebert. Zunächst sollte ich Besuch von einem guten Freund und seinen Eltern aus der Heimat bekommen und anschließend meinen Onkel mit seiner Familie in Castellammare del Golfo besuchen. In dieser Zeit lernte ich mir bis dahin unbekannte Orte kennen: Die Hafenstadt Licata, die antiken Monumente von Agrigento, den Badeort Cefalù und die kleine Küstenstadt Castellammare del Golfo.
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| Der Sonnenuntergang in Licata (oben und unten) |
Besonders spannend war der Ausflug nach Agrigento, da die Stadt für ihre gut erhaltenen Tempelanlagen bekannt ist.
Die im 6. Jahrhundert v.Chr. gegründete Stadt Akragas erlebte nach dem Sieg gegen die Karthager ihre Blütezeit. Tausende Kriegsgefangene mussten den gigantischen Tempio di Giove Olimpico errichten. Doch nach nicht einmal hundert Jahren kehrten die rachsüchtigen Karthager nach Sizilien zurück und legten Akragas in Schutt und Asche. Noch heute lassen sich die Brandspuren in den Tempeln erkennen. Etwas von dem damaligen Akragas entfernt entwickelte sich das heutige Agrigento.
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| Der Heratempel |
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| Antike und Moderne im Kontrast: Das alte und neue Agrigento. |
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| Der Concordiatempel wurde etwa 440 v.Chr. errichtet, 567 n.Chr. in eine christliche Basilika umgewandelt und 1748 in seinen Originalzustand restauriert. Daher gilt dieser Tempel als der am besten erhaltene griechische Tempel weltweit. |
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Am Sonntag hatte ich das Glück, von einer Familie aus dem Elsass, die nach Palermo fuhren, mitgenommen zu werden. Ich nahm ihr Angebot sofort dankend an, da ich von dort aus in die weiter westlich gelegene Küstenstadt Castellammare del Golfo fahren konnte, um meine Verwandtschaft zu besuchen. Zudem machten wir einen Zwischenstopp in Cefalù - einem beliebten Badestädtchen mit einem breiten Sandstrand. Besonders markant sind die bis an den Strand reichenden Häuser und ein großer Berg aus Muschelkalk, der sich neben der Stadt erhebt. Auch in Cefalù sieht man deutlich die verschieden Völker, die Sizilien in Laufe der Zeit kolonialisierten. In Cefalù sind es besonders die Araber und die Normannen, die das Stadtbild prägten.
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| Cefalu |
Montag um 06:15 war Abfahrt in Palermo. Meine französischen Freunde mussten nach Trapani zum Flughafen und boten mir erneut ihre Hilfe an. Castellammare del Golfo liegt etwa auf der gleichen Strecke und so ließen sie mich in der Nähe der Stadt aussteigen. Es war noch sehr früh, sodass ich beschloss, auf direktem Wege zu der Uferpromenade zu laufen. Ich genoss den erfrischenden, vom Meer ausgehenden Wind und die morgendliche Stille. Das Wetter war an diesem und am nächsten Tag sommerlich warm, keine einzige Wolke zeigte sich. Nachdem ich nach kurzer Zeit abgeholt wurde, beschlossen wir aufgrund des fantastischen Wetters Ende Oktober, die kurze Zeit, die uns blieb, in einer kleinen Bucht mit einem traumhaften Kiesstrand zu verbringen: Türkisblaues Wasser, Windstille, nur wenige Besucher, sommerliche Temperatur, eine malerische Landschaft. Folgende Bilder sind dabei entstanden:
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| Castellammare del Golfo: |
Das Fazit meines kleinen erlebnisreichen Urlaubs: Ein Traum! Der Besuch aus Deutschland und das Treffen mit meiner Verwandtschaft waren von kurzer Dauer und der Abschied fiel schwer. Die vielen Eindrücke bedürfen noch einige Tage Verarbeitung. Auch begeisterte mich die Unkompliziertheit und Freundlichkeit der Menschen, denen ich unterwegs begegnete.
Genießen und die Momente festhalten: Diesen Satz müssen wir uns hier gut merken da alles so schnell vorbeigeht.
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